Bild: Zwei Generationen, eine gemeinsame Zukunft: Markus und Reinhold Noz stehen für die Verbindung von Erfahrung und Weiterentwicklung
Am 1. Oktober 1976 gründete Reinhold Noz seinen eigenen Elektrobetrieb. 50 Jahre später beschäftigt Noz Elektrotechnik 120 Mitarbeitende, bildet 20 junge Menschen aus und erwirtschaftet rund 25 Millionen Euro Jahresumsatz. Zum Jubiläum blickt das Familienunternehmen aus Ludwigsburg-Pflugfelden zurück – vor allem aber nach vorne.
Als Reinhold Noz am 1. Oktober 1976 den Schritt in die Selbstständigkeit wagte, waren die Voraussetzungen andere als heute. Nach seiner Ausbildung zum Elektroinstallateur bei Richard Enderle und der Wirsig KG hatte er während seiner Tätigkeit bei Hagspiel Wäschereimaschinen die Meisterschule an der Werner-Siemens-Schule besucht. Im April 1976 bestand er die Meisterprüfung. Für den damals bereits dreifachen Familienvater stand fest: Er wollte sein eigenes Unternehmen gründen. Mit einem Darlehen von 40.000 D-Mark begann die Geschichte der Reinhold Noz Elektroinstallation. Ein glücklicher Umstand half in der Anfangszeit: Die Wirsig KG musste Insolvenz anmelden und zahlreiche Kunden, die Reinhold Noz bereits betreut hatte, suchten einen neuen zuverlässigen Partner. Die ersten Aufträge waren da – doch zunächst musste der junge Unternehmer nahezu alles selbst erledigen.
Wachstum mit starken Wegbegleitern
Schon bald konnten die ersten Mitarbeiter eingestellt werden. Wolfgang Kluson und Peter Gailing gehörten zu den Männern der ersten Stunde. Über eine Empfehlung von Willi Schon erhielt das junge Unternehmen Aufträge der Firma Alois Bronner und installierte Lebensmittelmärkte in ganz Süddeutschland. Ein weiterer früher Schwerpunkt waren Erdungsanlagen. Weil Wasserleitungen zunehmend aus Kunststoff statt aus Metall ausgeführt wurden, entstanden neue technische Anforderungen. Noz erkannte diese Entwicklung früh und konnte sich in diesem Bereich im Großraum Ludwigsburg etablieren. Viele Geschäftsbeziehungen entwickelten sich über Jahrzehnte. Ein Beispiel ist das frühere Druckhaus Dörr, später Druckhaus Götz, mit dem Noz Elektrotechnik seit den Anfangsjahren verbunden ist. Bis heute versteht das Unternehmen solche langjährigen Beziehungen als wesentlichen Teil seiner Firmenphilosophie.
Auch das Unternehmen selbst veränderte sich. Aus der Reinhold Noz Elektroinstallation wurde zunächst die Elektro Noz GmbH. Mit der Übernahme der Firma Schrempf in Bietigheim-Bissingen entstand schließlich die heutige Noz Elektrotechnik GmbH. Weitere Meilensteine folgten. Noz engagierte sich bei der KVS, die von den Elektroinnungen Ludwigsburg und Heilbronn zur Vermarktung des Kabelfernsehens gegründet worden war. Nach der deutschen Wiedervereinigung entstand die Noz Elektrotechnik Naumburg, die später an die dortigen Partner weitergegeben wurde.
Kundenbeziehungen über Generationen
Mit dem Unternehmen wuchs auch der Kundenkreis. Einige Geschäftsbeziehungen reichen bis in die Anfangsjahre oder zur übernommenen Firma Schrempf zurück. Heute arbeitet Noz Elektrotechnik für mittelständische Unternehmen, Industrie, Immobilienwirtschaft, Kommunen und öffentliche Auftraggeber. Zu den langjährigen Kunden und Partnern zählen unter anderem Mercedes-AMG, Lotter, SATA, Sika, MANN+HUMMEL, Max Maier Immobilien, die Strenger Gruppe, die Bäckereikaserne, die Familie Köhle mit ihren Hotel- und Gastronomiebetrieben, die Familie Otterbach, Trölsch, Stern Möbel, OLYMP sowie die GWV. Auch Projekte wie das Forum am Schlosspark in Zusammenarbeit mit Siemens gehören zur Unternehmensgeschichte. Aktuell ist Noz unter anderem beim Neubau von Götze Armaturen tätig.
Das Leistungsspektrum ist über die Jahrzehnte entsprechend gewachsen. Heute begleitet Noz Elektrotechnik seine Kunden vom kleinen Kurzschluss und klassischen Kundendienst über Wartung und Sanierung bis zur kompletten elektrotechnischen Ausstattung von Großprojekten mit Auftragsvolumen in Millionenhöhe.
Vom kleinen Betrieb zu 120 Mitarbeitenden
Mit dem Wachstum brauchte das Unternehmen mehr Platz. 1990 bezog Noz Elektrotechnik den Neubau in der Schultheiß-Köhle-Straße in Ludwigsburg-Pflugfelden. In Bietigheim-Bissingen wurde ein eigenes Objekt erworben, später kam die Niederlassung in Affalterbach hinzu. Heute beschäftigt das Unternehmen 120 Mitarbeitende, darunter 20 Auszubildende, und erzielt einen Jahresumsatz von rund 25 Millionen Euro. Ausbildung und die Weitergabe von Fachwissen haben dabei einen hohen Stellenwert. Trotz des kontinuierlichen Wachstums des Unternehmens fand Reinhold Noz immer auch Zeit für ehrenamtliches und gesellschaftliches Engagement: 57 Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr, 44 Jahre in der CDU, 25 Jahre im Ludwigsburger Gemeinderat und mehr als 30 Jahre für das Dorffest in Pflugfelden stehen für eine Verbundenheit mit seiner Heimat, die weit über das Unternehmen hinausreicht. Für ihn gehörte wirtschaftlicher Erfolg immer auch zu einer Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden. In erfolgreichen Jahren wurden zusätzliche Prämien gezahlt, hinzu kamen Weihnachtsgeld, gemeinsame Veranstaltungen und besondere Firmenreisen. Auch die Partnerinnen und Partner der Beschäftigten wurden bewusst in viele Aktivitäten einbezogen.
Eine wichtige Rolle spielte dabei von Beginn an die Ehefrau Petra Noz. Neben Büroorganisation und Veranstaltungsplanung kümmerte sie sich insbesondere um den persönlichen Kontakt zu den Mitarbeitenden und hatte ein offenes Ohr für deren Sorgen und Anliegen.
„Partnerschaft, Berechenbarkeit, Zuverlässigkeit und Treue waren für uns über 50 Jahre entscheidend – verbunden mit dem Fachwissen, das unsere Kunden von uns erwarten“, fasst Reinhold Noz seine Unternehmensphilosophie zusammen.
Ein Familienunternehmen in mehreren Generationen
Die nächste Generation trägt längst Verantwortung. Sohn Markus Noz begleitet seinen Vater seit vielen Jahren in der Geschäftsleitung. Unterstützt wird die Geschäftsführung von drei Prokuristen. Auch weitere Familienmitglieder arbeiten im Unternehmen: Tochter Tanja Lang ist gemeinsam mit ihrem Mann Andreas Lang in Buchhaltung und Hausverwaltung tätig, Schwiegertochter Melanie Noz übernimmt Aufgaben in der Organisation. Mit Simon Noz und Arne Hensel sind inzwischen zwei Enkel nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung Teil des Teams. Enkeltochter Janina Lang betreut neben ihrem Studium die Social-Media-Aktivitäten des Unternehmens.
Der Blick geht Richtung 500 Mitarbeitende
Stillstand soll es auch nach 50 Jahren nicht geben. Reinhold Noz sieht die Elektrobranche angesichts von Energiewende, Digitalisierung, Gebäudetechnik und zunehmendem Fachkräftebedarf vor großen Veränderungen. Daraus ergeben sich für das Unternehmen neue Chancen, gleichzeitig aber auch neue Anforderungen an Größe und Leistungsfähigkeit. Seine Perspektive für die kommenden Jahre formuliert der Firmengründer mit einem klaren Ziel: „Wir müssen in den nächsten fünf bis zehn Jahren auf 500 Mitarbeitende wachsen oder geeignete Partnerschaften eingehen, um auch künftig der Partner für Elektrotechnik zu sein, den unsere Kunden und Mitarbeitenden erwarten.“
Damit richtet sich der Blick im Jubiläumsjahr nicht nur zurück auf das Erreichte. Die kommenden Jahre sollen von Wachstum, neuen Partnerschaften, der Entwicklung junger Fachkräfte und der schrittweisen Übergabe von Verantwortung an die nächsten Generationen geprägt sein.
50 Jahre – und Verantwortung für die Region
Zum Jubiläum möchte Noz Elektrotechnik zugleich etwas zurückgeben. Im August fand deshalb gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz eine Blutspendeaktion in freien Büroräumen am Standort Pflugfelden statt. Die von Petra Noz initiierte Aktion stand unter dem Gedanken „50 Jahre – mindestens 50 Liter Blut“. Sämtliche verfügbaren Termine waren ausgebucht. Am Ende konnten rund 61 Liter Blut gespendet werden. Im Spätherbst folgt eine weitere Jubiläumsaktion. Gemeinsam mit der Stadt Ludwigsburg und Stauden und Gärten Häussermann sollen in Pflugfelden fünf Obstbäume alter Sorten gepflanzt werden. Zusätzlich stiftet Noz Elektrotechnik eine Sitzbank.
Auch die eigene Geschichte wird dauerhaft dokumentiert. Zum 50-jährigen Bestehen entsteht eine umfangreiche Jubiläumsfestschrift. Sie erzählt von fünf Jahrzehnten Unternehmensgeschichte, Mitarbeitenden, Kunden, Projekten und Wegbegleitern. Die Jubiläumsfeier soll noch aufgenommen werden, bevor die Publikation voraussichtlich Ende des Jahres in größerer Auflage verteilt wird.
So schließt sich nach 50 Jahren der Kreis: Was am 1. Oktober 1976 mit einem Elektromeister, einem Darlehen über 40.000 D-Mark und dem Mut zur Selbstständigkeit begann, ist heute ein Unternehmen mit 120 Mitarbeitenden und drei Standorten. Die Geschichte von Noz Elektrotechnik ist damit nach 50 Jahren noch lange nicht zu Ende.